Impfung gegen Gelbfieber
Gelbfieber ist eine Virusinfektion, die durch Stechmücken übertragen wird, die von der Morgen- bis zur Abenddämmerung aktiv sind. Sie tritt in den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas und Südamerikas sowie im südlichen Mittelamerika auf. Reisende müssen für diese Regionen die Schutzimpfung nachweisen.
Eine Gelbfieber-Infektion macht sich unter anderem durch Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Nasenbluten bemerkbar. Häufig verläuft die Erkrankung mild, manche Menschen haben gar keine Beschwerden. Die Infektion kann jedoch auch mit steigendem Fieber, inneren Blutungen und einer Schädigung der Leber einhergehen und sogar tödlich verlaufen. Eine zielgerichtete Therapie gegen Gelbfieber gibt es nicht, lediglich die Symptome können behandelt werden.
Die Gelbfieber-Impfung gilt deshalb als wichtigste Schutzmaßnahme gegen eine Infektion. Sie ist in vielen afrikanischen und südamerikanischen Ländern für die Ein- oder Durchreise verpflichtend. Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, müssen dies durch eine ärztlich bescheinigte Impfbefreiung belegen.
Die Impfung
Art des Impfstoffs
Gegen Gelbfieber steht ein Lebendimpfstoff zur Verfügung, der intramuskulär oder subkutan injiziert wird. Da dieser auf Basis von Hühnerembryonen entwickelt wird, ist er nicht für Menschen mit einer Hühnereiweißallergie geeignet.
Wirksamkeit
Die Gelbfieber-Impfung wird als sehr wirksam eingestuft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) können bei mehr als 96 Prozent der geimpften Personen Antikörper nachgewiesen werden. Der Impfschutz beginnt etwa zehn Tage nach der Impfung.
Impfreaktionen und Nebenwirkungen
Nach der Impfung sind sogenannte Lokal- und Allgemeinreaktionen möglich. Dazu gehören zum Beispiel grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schwäche, Kopf- und Gliederschmerzen oder auch fehlender Appetit und Übelkeit. Zudem kann die Einstichstelle gerötet und geschwollen sein und schmerzen. Diese Impfreaktionen treten mitunter zeitlich leicht verzögert auf (innerhalb einer Woche nach der Impfung) und klingen in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab.
Sehr selten wurden schwere Nebenwirkungen in Form der gelbfieberassoziierten viszeralen Erkrankung (kurz YEL-AVD für "Yellow Fever Associated Viscerotropic Disease") und der gelbfieberassoziierten neurologischen Erkrankung (kurz YEL-AND für "Yellow Fever Associated Neurotropic Disease") beobachtet. Bei Menschen über 60 Jahren und Säuglingen unter sechs Monaten besteht ein höheres Risiko für diese Nebenwirkungen.
Das RKI stuft die Gelbfieber-Impfung grundsätzlich als sicher ein, da Nebenwirkungen sehr selten auftreten.
Wo wird gegen Gelbfieber geimpft?
Die Impfung darf nur in staatlich anerkannten Impfstellen erfolgen. Eine aktuelle Übersicht der Gelbfieber-Impfstellen in Deutschland finden Sie unter anderem auf der Website des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK).
Wer sollte sich wann gegen Gelbfieber impfen lassen?
Der Impfstoff ist ab einem Alter von sechs Monaten zugelassen. Aufgrund des Risikos für Nebenwirkungen empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) die Impfung bei Säuglingen jedoch erst ab einem Alter von neun Monaten. Menschen über 60 Jahren wird geraten, sich nur dann gegen Gelbfieber impfen zu lassen, wenn eine Reise in ein Endemiegebiet unumgänglich ist.
Darüber hinaus darf die Impfung bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem beziehungsweise immunsuppressiver Therapie, mit Thymuserkrankungen sowie mit symptomatischer HIV-Infektion nicht durchgeführt werden. Besteht eine asymptomatische HIV-Infektion oder auch eine Schwangerschaft, sollten Sie sich vorab ärztlich beraten lassen.
Grundimmunisierung
Die Grundimmunisierung besteht aus einer Impfstoffdosis, die mindestens zehn Tage vor der Einreise in das Endemiegebiet verabreicht werden sollte.
Auffrischimpfung
Meist bietet die einmalige Impfung einen ausreichenden Schutz. Sind Sie wiederholt oder dauerhaft dem Risiko einer Gelbfieber-Infektion ausgesetzt, empfiehlt die STIKO nach zehn Jahren eine einmalige Auffrischimpfung.
Für Schwangere, Kinder unter zwei Jahren und Menschen mit einer Immunschwäche kann die Auffrischimpfung auch früher erfolgen, wenn sie sich wiederholt oder dauerhaft in einem Endemiegebiet aufhalten.
Lassen Sie sich ärztlich beraten, ob und wann Ihr Impfschutz gegen Gelbfieber aufgefrischt werden sollte. Für die Nachweispflicht ist lediglich eine Impfstoffdosis erforderlich. Das Gelbfieber-Impfzertifikat ist ein Leben lang gültig.
Leistungsanspruch
- Die TK-Regelungen für Schutzimpfungen im Falle einer privaten Auslandsreise finden Sie unter Reiseimpfungen .
- Erkundigen Sie sich frühzeitig vor der Reise auf den Seiten des Auswärtigen Amts über die aktuelle epidemiologische Situation in Ihrem Zielland.
- Die Expertinnen und Experten des TK-ÄrzteZentrums informieren Sie über Leistungsansprüche bei Impfungen aufgrund von Auslandsaufenthalten.
- Unter Umständen kann auch Ihr arbeitgebendes Unternehmen für die Kostenübernahme verantwortlich sein, z B. bei Tätigkeiten im globalen Schiffsverkehr.