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Kontakt

Tollwut ist eine virale Infektionskrankheit, die durch das Rabiesvirus verursacht wird und das zentrale Nervensystem angreift. Übertragen wird Tollwut meist durch den Biss von oder über Wund- und Schleimhautkontakt mit einem infizierten Tier, wobei dessen Speichel das Virus enthält. Zu den häufigsten Überträgern gehören Hunde, Fledermäuse, Füchse und Waschbären.

Nach einer Inkubationszeit, die in der Regel zwei bis drei Monate beträgt, aber auch von wenigen Tagen bis zu einem Jahr dauern kann, können erste Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Unwohlsein auftreten. Ebenso sind eine veränderte Wahrnehmung, Halluzinationen und eine gewisse Ängstlichkeit mögliche Krankheitszeichen. Als besonders charakteristisch gelten die sogenannte Hydrophobie (Angst vor Wasser) und Aerophobie (Angst vor Luftzügen). Wird die Infektion nicht rechtzeitig behandelt, kann sie zum Koma und sogar zum Tod führen.

Die Impfung

Art des Impfstoffs

Gegen Tollwut sind zwei Totimpfstoffe zugelassen, die auf Basis inaktivierter Tollwutviren hergestellt werden. Die Impfviren werden entweder in menschlichen Zellen (HDC-Impfstoff) oder in Hühnerfibroblasten-Zellkulturen (PCEC-Impfstoff) produziert. In der Wirksamkeit der Impfstoffe besteht kein Unterschied und sie können auch miteinander kombiniert werden.

Wichtig zu wissen

Wurden Sie von einem tollwutverdächtigen Tier gebissen, sollten Sie auch trotz einer Impfung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Dort wird die Wunde sorgfältig gereinigt und Sie erhalten in der Regel eine Postexpositionsprophylaxe. Diese umfasst zwei weitere Impfungen : eine am Tag des Bisses und eine drei Tage später.

Impfreaktionen und Nebenwirkungen

Nach einer Tollwut-Impfung kann es innerhalb von einem bis drei Tagen an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung, gelegentlich auch zu geschwollenen Lymphknoten kommen.

Außerdem können innerhalb der ersten Tage nach der Impfung auch Allgemeinsymptomen auftreten, zum Beispiel: 

  • Temperaturerhöhung
  • Unwohlsein
  • Müdigkeit 
  • Hautausschlag 
  • Schwäche
  • Muskel- und Gelenkschmerzen

Wer sollte sich wann gegen Tollwut impfen lassen?

Die Schutzimpfungsrichtlinie (SI-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) empfiehlt Reisenden eine Tollwut-Impfung, die sich in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung aufhalten oder einer erhöhten Tollwutexposition ausgesetzt sind, beispielsweise durch Fledermäuse oder freilaufende Hunde.

  • Informieren Sie sich vor einer anstehenden Reise auf den Seiten des Auswärtigen Amts zu Reise- und Sicherheitshinweisen, die bei Ihrem Ziel bestehen könnten.
  • Die TK-Regelungen zu Schutzimpfungen im Zusammenhang mit einer privaten Auslandsreise finden Sie unter Reiseimpfungen .

Grundimmunisierung

Für die Grundimmunisierung sind drei Impfdosen erforderlich. Kinder ab der Geburt, Jugendliche und Erwachsene sollten die zweite Dosis sieben Tage und die dritte Dosis 21 bis 28 Tage nach der ersten Impfung erhalten.

Haben Sie eine Reise geplant, sollten Sie sich daher mindestens vier Wochen vorher um eine Tollwut-Impfung kümmern. So haben Sie ausreichend Zeit, einen Impfschutz aufzubauen. 

Auffrischung 

Bei weiter bestehendem Expositionsrisiko sollte die erste Auffrischimpfung nach einem Jahr, weitere Auffrischungsimpfungen nach Angaben des Herstellers, im Allgemeinen in Abständen von zwei bis fünf Jahren erfolgen.

Berufliche Impfempfehlung - Leistung des Arbeitgebers

Nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) ist in den folgenden Bereichen bei den aufgeführten Expositionsbedingungen das arbeitgebende Unternehmen für die Kostenübernahme verantwortlich:

  • Gezielte Tätigkeiten mit dem Tollwut-Virus
  • Forschungseinrichtungen oder Laboratorien: 
    regelmäßige Tätigkeiten mit Kontaktmöglichkeit zu infizierten Proben oder Verdachtsproben, zu infizierten Tieren oder krankheitsverdächtigen Tieren bzw. zu erregerhaltigen oder kontaminierten Gegenständen oder Materialien
  • Tätigkeiten in einem Tollwut-gefährdeten Bezirk
  • Tätigkeiten mit regelmäßigem Kontakt zu freilebenden Tieren 
  • Tätigkeiten in oder in der Nähe von Fledermausunterschlupfen bzw. mit engem Kontakt zu Fledermäusen
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